5 Traum-Wandertouren

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Bild: Martin Hehle

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Träumst du noch, oder erlebst du schon? Wir haben für dich fünf Mottos und die dazu passenden Touren zusammengestellt: Vom Sonnenaufgang in den Bergen bis zur ersten Mehrtagestour und sogar eine Wanderung »in Afrika« ist dabei. Wir haben für jeden Traum die passende Tour und wünschen viel Spaß beim Erleben.

 

»Wandern« ein Wort, das für tausend Attribute steht. Attribute wie frische Luft, spektakuläre Naturerlebnisse und eine beeindruckende Landschaft. Wandern bedeutet auch sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen, den eigenen Körper intensiv zu spüren und eine fast kindliche Freude zu erleben, wenn nach allen Strapazen das Ziel erreicht ist. Dieser Stolz, etwas gemeistert zu haben, sei es konditionell, oder psychisch, ist unbändig und hallt noch lange nach. Alles das verbirgt sich hinter dem schlichten Wort »Wandern«. Schöner Nebeneffekt: Der Alltag bleibt zu Hause, denn die Gedanken galoppieren in der Höhe davon, schwingen sich auf, zu den Wolken, und fliegen für den Moment hinweg. Die einen nennen es Flow, wir nennen es erleben statt träumen.

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1: Einmal am kältesten Ort Deutschlands baden

 

Funtensee, 1600 m, Berchtesgadener Alpen/Bayern | Tagestour, ca. 1000 Höhenmeter, ca. 4 Stunden


Eine echte Berühmtheit ist er, der Funtensee zwischen Königssee und Hochkönigmassiv. Denn immer wenn im Winter die Fernseh-Wetterfrösche von Rekordminusgraden in Deutschland sprechen zeigen Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auf der Karte Richtung Funtensee. Die topografische Lage des Karstsees ist für dieses punktuell auftretende Kältephänomen zuständig und so misst die kleine Wetterstation jeden Winter frostige Minusgrade – den Kälterekord erzielte der Funtensee im Dezember 2001 als das Thermometer auf -45,9 Grad Celsius fiel!


Einmal am kältesten Ort baden, das wär´s, und das geht! Denn der See ist flach und heizt sich im Sommer soweit auf, dass der Planscherei in der »Kältehölle« nichts im Weg steht – außer Enzianblüten. Die gibt es hier im Überfluss, übrigens den gelben, nicht den blauen Enzian.

 

Rand-Notizen:
Die älteste Enzianbrennerei Deutschlands »Grassl« aus Berchtesgaden, betreibt am Funtensee eine von insgesamt fünf Enzianbrennhütten. In der am Funtensee entsteht der edelste aller Grassl-Enzianbrände.

Das Kärlingerhaus, 1638 m etwas oberhalb vom Funtensee gelegen, bietet selbstverständlich den Edelbrand aus der Nachbarschaft zur Verkostung an.

 

Informationen zur Wanderung gibt es unter: www.kaerlingerhaus.de

 

Bild: Fotolia.com

2: Einmal in Afrika wandern

 

Rund um den Widderstein, 2533 m, Kleinwalsertal/Vorarlberg

Tagestour ca. 1000 Höhenmeter (ohne Gipfel) 7 – 8 Stunden Gehzeit

 

Zugegeben, der Große Widderstein steht nicht in Afrika, sondern in Österreich, explizit im Kleinwalsertal. Aber, irgendwie stimmt es dann mit Afrika doch, denn: vor Jahrmillionen haben sich die eurasische und die afrikanische Kontinentalplatte aufeinander zu bewegt und Berge auffalten lassen. Einer davon: der Große Widderstein. Entsprechend kann man hier getrost von einem echten Afrikaner sprechen, und damit von einer Tagestour in Afrika. Einzig die Vegetation ist eine andere und anstatt hungrigen Löwen steht im Sommer hungriges Jungvieh auf den sattgrünen Wiesenhängen, die nach einem Regenguss in der Sonne wie Smaragdteppiche funkeln.

 

Rand-Notizen:

Wer auf dem Gipfel des »Afrikaners in Vorarlberg« stehen möchte, kann einen »Abstecher« auf den Gipfel des Großen Widderstein’s machen. 2 bis 3 Stunden dauert das – entsprechend schraubt sich die Gesamt-Gehzeit nach oben, auf 9 bis 11 Stunden! Helm- und Alpine Grundkenntnisse sind hier Pflicht.

Höhen-Kneipp-Becken: Der eiskalte Hochalpsee lockt das Vieh an heißen Tagen zu Kneipp-Bädern im eiskalten Wasser und räumt geduldig für müde Wanderer ein Stehplätzchen frei.

 

Informationen zur Tour: www.kleinwalsertal.com

 

Bild: Andre Tappe

3: Einmal eine Mehrtageswanderung von Hütte zu Hütte

 

Drei-Seen-Tour Tegernsee-Schliersee-Region/Bayern | 3 Tage, 2 Übernachtungen auf Schönfelderhütte

und Albert-Link-Hütte | Gehzeiten bis 6,5 Stunden, 350 bis 1200 Höhenmeter

 

Hast du dir auch schon oft bei einer Tagestour überlegt, wie es wäre, einfach oben zu bleiben und in die »Verlängerung« zu gehen? Dann setze deinen Traum in die Realität um. Erlebe diesen Moment der Stille, wenn alle Tagesgäste wieder ins Tal unterwegs sind, wenn nur noch das Pfeifen von Murmeltieren zu hören ist und das gleichmäßige Läuten der Kuhglocken. Erlebe das »süße Nichtstun« bei Ankunft am Etappenziel, wenn man in aller Ruhe ein Stück Kuchen auf der Terrasse genießt – ohne dabei die Uhr im Kopf zu haben: für die letzte Bahn, den letzten Bus oder den nahenden Stau ... Das Glück von warmem Wasser nach einem langen Wandertag auf der Haut zu spüren, in der urigen Stube Platz zu nehmen und früh schlafen zu gehen – von einer Stille umhüllt, die es nur in den Bergen gibt.

Mehrtagestour light, lautet die Devise bei der Drei-Seen-Tour, denn hier stehen keine sportlichen oder gar alpinen Höchstleistungen im Vordergrund sondern das Wandern, die Natur und die erstklassigen Hütten.

 

Rand-Notiz:

Die Wege sind angenehm zu gehen und auch für wandererfahrene Familien gut machbar. Die prachtvollen Ausblicke gehen auf sonnige Almen sowie die tiefblauen bayerischen Seen: Spitzing-, Schlier- und Tegernsee.

 

Hüttengeflüster:

Beide Hütten tragen das DAV Gütesiegel »So schmecken die Berge«, sprich es kommen vornehmlich regionale Produkte auf den Tisch wie selbstgebackenes Brot und viele weitere Leckereien. Die Albert-Link-Hütte hat zudem das Umwelt-Gütesiegel der Alpenvereine und heißt Familien mit dem Siegel »Mit Kindern auf der Hütte« herzlich willkommen!

 

Informationen zur Tour und eine kostenlose Wanderbeschreibung gibt es unter:

https://www.alpenverein-muenchen-oberland.de/albert-link-huette

 

Bild: Fotolia.com

Bild: Fotolia.com

4: Einmal auf Deutschlands höchsten Gipfel, by fair means

 

Der alte Weg auf die Zugspitze, 2964 m Wetterstein/Bayern | 2 Tage, 1 Übernachtung auf der

Reintalangerhütte | Bis 7 Stunden Gehzeit, 600 bis 1600 Höhenmeter

 

Einmal auf Deutschlands höchstem Gipfel, der Zugspitze stehen und das by fair means, sprich selbst erlaufen ab Garmisch-Partenkirchen – ein echter Bergwandertraum.

Und damit nicht genug, empfehlen wir den »Alten Weg auf die Zugspitze«, so wie ihn die Erstbesteiger 1820 gegangen sind. Die Gipfelstürmer waren Leutnant Josef Naus, Bergführer Johann Georg Tauschl und ein Offiziersbursche. Ihr Weg führte durchs lange, aber relativ unschwierige Reintal auf den Gletscher des Nördlichen Schneeferner und weiter auf den Gipfel. Der »alte Weg« ist der längste auf Deutschlands höchsten Gipfel, aber dafür auch einer der schönsten und der leichteste. Ein wahrlich königliches Entree zu Wanderbeginn gibt es dann auch gleich in der Partnachklamm mit ihren teils filigranen, teils markerschütternden Wasserspielen. Beim Etappenziel auf der Reintalangerhütte 1369 m, werden die Gäste mit bunten tibetanischen Gebetsfahnen begrüßt. Der Gipfeltag ist mit 1600 Höhenmetern ein Brett, aber dafür die Brotzeit auf dem Münchner Haus – ehrlich erlaufen – doppelt so lecker.

 

Rand-Notizen:

Am Gipfeltag vor allem im Hochsommer die frühen Morgenstunden nutzen, der Aufstieg erfolgt fast ausschließlich in der Sonne. Sonnencap mit Nackenschutz nicht vergessen, genügend Wasser und Sonnencreme einpacken.

 

Hüttengeflüster:

Der Zustieg und die Hüttenumgebung eignet sich toll für begleitende Familienmitglieder und Kinder: Während die Gipfelstürmer nach oben starten, vergnügen sich alle anderen auf dem natürlichen »Abenteuerspielplatz« später treffen sie wieder alle in Garmisch-Partenkirchen.

 

Informationen zur Tour:

https://www.outdooractive.com/de/bergtour/zugspitz-region/zugspitze-durch-das-reintal/7324658/#dmdtab=oax-tab3

 

5: Einmal einen Sonnenaufgang in den Bergen erleben

 

Rifugio Lagazuoi, 2778 m Dolomiten/Italien

2 Tage, 1 Übernachtung, Gehzeit 2,5 Stunden bergauf, ca. 3,5 bergab, 700 Höhenmeter

 

Die Hütte ist eine der höchstgelegenen in den Dolomiten, mit dem sicherlich spektakulärsten Panorama. Von der legendären Hüttenterrasse genießt man einen perfekten Blick auf Fanes, Tofane, Civetta, Marmolada, Rosengarten und viele weitere berühmte Dolomiten-Gipfel. Da wundert es nicht, dass die Dolomiten zum UNESCO Weltnaturerbe zählen. Echte Gänsehautmomente schenkt die Natur den Betrachtern beim morgendlichen Sonnenaufgang. Noch etwas müde und fröstelnd stehen die Hüttengäste im Sommer ab 4.30 Uhr auf der noch dunklen Terrasse und warten auf das Schauspiel, das von der Sonne allmorgendlich dramatisch inszeniert wird. Ein echtes Erlebnis, wenn die ersten Strahlen über die Bergrücken kriechen, anfangs noch fast schüchtern, dann immer fordernder. Und schon bald tauchen die Gipfel in ein Farbenspiel und glänzen wie Diamanten. Ein Moment für die Ewigkeit, und doch so vergänglich.

 

Rand-Notiz:

Einen spektakulären Aufstieg, verspricht der Kaiserjägersteig. Allerdings ist hier Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. Als Abstieg empfehlen wir den Weg durch den Lagazuoi. Der Berg war im Ersten Weltkrieg trauriger Schauplatz eines grausamen Gemetzels zwischen Alpini und Österreichern. Gänge, Höhlen, Kommandostände und Schießscharten zeugen von einem erbitterten Kampf. Die Schießscharten sind in der heutigen Zeit wie Bullaugen, die einen grandiosen Blick freigeben.

 

Hüttengeflüster:

Auf der Lagazuoi-Hütte gibt es die höchstgelegene Sauna der Dolomiten – in bester Lage mit Panoramablick.  Wahrscheinlich dachten sich die Hüttenwirte, dass bei derart fantastischen Ausblicken auch das Kulinarische perfekt sein muss. Und so schwelgt man abends in einem mehrgängigen Menü, veredelt durch einen guten Tropfen, samt Grappa an der Bar zum »Absacken«.

 

Mehr Informationen unter: www.rifugiolagazuoi.com

 

Bild: Stefano Zardin

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